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HQL DE SOUZA
Rio de Janeiro lebt den Austausch mit den Elementen: Das Meer leckt an den Hochhäuserfronten, der Urwald mit seinen Äffchen greift in den Betondschungel hinein. Nur hier konnte ein Genre wie die Bossa Nova entstehen, voll sinnlicher Naturmetaphern und jugendlicher Moderne. Die Formation um die aus Rio De Janeiro stammende Sängerin Raquel De Souza mit dem Bassisten Philipp Feldtkeller, Rainer Tempel an den Vintagepianos und dem Drummer Benjamin Glass bringen eine multimediale Show auf die Bühne, die mit ganz anderen Vokabular an die Bossa-Philosophie anknüpft.

Nichts mehr vom fast flüsternden Schmeichelgesang: Vokalistin Raquel schleudert die Melodien expressiv nach draußen. Zieht die Töne dramatisch, vollmundig glissandierend und stampft mit ihren weißen Stiefeletten schon mal den Beat auf die Bretter. Die delikate Taktgebung verschwindet im zupackendem Schlagzeug, das feine Gitarrengeflecht ist aufgelöst in Tempels virtuosen Keyboards. In den Filmsequenzen von Konrad Bohley tanzen Skyline und Keyboards ein Duett, man folgt der Wanderung einer eifrigen Ameise, dann wiederum schwappt Brandung smaragden-psychedelisch. Virtuelle Mitspieler agieren auf der Leinwand auch, einer trommelt die Bongos, ein durchgeknallter Organist bekommt sein Solo.

Die Eleganz der Sechziger, sie findet sich lustvoll verwandelt in eine plakative Urbanität, die rebellische Frische von einst ist geblieben.
 
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